9. Allergie- und Endoskopietagung 2025, Erlangen

Mein Rückblick auf die 9. Allergie- und Endoskopietagung in Erlangen. Mit meinem Workshop zur Atemtherapie, der Überlappung von gestörten Atemmustern mit POTS, hEDS und ME/CFS, und interessanten Einblicken zur Macht der Bewegung und neuen Infos zum HIS

Die 9. Allergie- und Endoskopietagung fand am 25. Oktober 2025 im Malteser Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen statt, vor Ort und im Stream. Das Motto lautete „Ernährung, Lebensstil, chronische Erkrankungen, Darmgesundheit und moderne Endoskopie". Anders als in den Vorjahren lief die Tagung nur an einem Tag. Veranstalter war die Medizinische Klinik II des Waldkrankenhauses gemeinsam mit dem VAEM e.V.

Den Vorsitz der ersten Sitzung im Teil für Betroffene und Interessierte hatte ich gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Konturek und Dr. Jürgen Palm. Die Sitzung befasste sich mit Ernährung, Sport und Lebensstil bei allergischen Erkrankungen.

Prof. Dr. Christine Joisten von der Deutschen Sporthochschule Köln sprach über Sport, Lebensstil und Ernährung. Sie zeigte, wie deutlich das Sterblichkeitsrisiko sinkt, wenn Menschen sich mehr bewegen, und dass dafür bereits geringe Steigerungen genügen. Vor einem Publikum, in dem viele chronisch krank sind, war das die passende Botschaft. Bewegung zählt auch dann, wenn nur wenig geht. Ich fand den Vortrag motivierend.

Meinen eigenen Beitrag habe ich als Workshop gehalten, „Wissenschaft trifft Praxis: Atemtherapie zur Regulierung des autonomen Nervensystems", am 4. Dezember 2025. Ich habe darin gezeigt, wie groß die Überlappung zwischen chronischer Hyperventilation, Hypokapnie und gestörten Atemmustern auf der einen Seite und ME/CFS, hypermobilem Ehlers-Danlos-Syndrom und POTS auf der anderen Seite ist. Aus dem Bereich Long Covid ist dazu in den letzten Jahren viel Forschung dazugekommen. Im praktischen Teil haben wir gemeinsam geatmet.

Atmung und Nervensystem beeinflussen sich gegenseitig. Ein verändertes Atemmuster kann auf das autonome Nervensystem wirken, und ein dysreguliertes autonomes Nervensystem verändert die Atmung. In welche Richtung es im Einzelfall läuft, ist nicht immer zu klären. Manchmal ist das auffällige Atemmuster eine Anpassung des Körpers an eine bestehende Dysautonomie. Dann arbeitet man an einer Folge und nicht an der Ursache. Aber selbst das kann den Kreislauf bei manchen durchbrechen...

Prof. Dr. Reinhart Jarisch vom Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien sprach im wissenschaftlichen Teil über die Histaminintoleranz und ihre Bedeutung bei allergischen und postinfektiösen Erkrankungen. Er gab einen guten Überblick über das Feld und wies erneut auf Vitamin C hin.

Ein Punkt daran beschäftigt mich über die Tagung hinaus. Das Histaminintoleranz-Syndrom ist innerhalb der Medizin nach wie vor umstritten. Auf einer Fachtagung wie dieser fällt das nicht auf, weil dort ein Publikum sitzt, das sich damit befasst. In der Versorgung meiner Patientinnen und Patienten ist es täglich spürbar, und manchmal auch als Therapeutin frustrierend.

Das Programm ist über allergietagung.de einsehbar, das Tagungsprogramm (PDF) liegt beim Malteser Waldkrankenhaus.

Mehr zu meinem fachlichen Hintergrund und meiner Arbeit findest du auf der Seite Über immunoloco & mich.

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