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Mast­zel­lak­ti­vie­rungs­syn­drom (MCAS): Boten­stoffe und Symptome

Bei vielen Erkran­kungen, deren Ursa­chen bisher nur unzu­rei­chend verstanden sind, rückt die Bedeu­tung von Mast­zellen und ihrer Wirkung im Zusam­men­hang mit diesen Erkran­kungen zuneh­mend in den Fokus des wissen­schaft­li­chen Inter­esses. Beispiele hierfür sind unter anderem das Reiz­darm-Syndrom, das Chro­ni­sche-Fatigue-Syndrom (CFS) bezie­hungs­weise die Myal­gi­sche Enze­pha­litis (ME) oder rätsel­hafte aller­gi­sche Symptome. Die Hoff­nung besteht, dass durch ein besseres Verständnis dieser Zusam­men­hänge die Behand­lungs­mög­lich­keiten für betrof­fene Pati­enten deut­lich verbes­sert werden. Aber beginnen wir zunächst mit den Grundlagen:

Was sind Mastzellen?

Mast­zellen sind Teil unseres Immun­sys­tems und gehören zu den weißen Blut­kör­per­chen (Leuko­zyten). Sie kommen jedoch nur zu einem geringen Teil im Blut vor, sondern sind haupt­säch­lich in Schleim­häuten zu finden. Dort sind sie an einer Viel­zahl von Stoff­wech­sel­pro­zessen betei­ligt, die vor allem bei Entzün­dungs­re­ak­tionen ablaufen.

Dabei ist wichtig zu verstehen, dass entgegen dem land­läu­figen Gebrauch des Wortes, Entzün­dungs­pro­zesse nicht per se schlecht sind. Viel­mehr sind diese ein wich­tiger Teil unserer Immun­ant­wort, sie sind also Teil der Vertei­di­gungs­me­cha­nismen unseres Körpers. Kommt es beispiels­weise zum Eindringen eines Fremd­kör­pers, dann wird dieser entweder zerstört, von spezia­li­sierten Zellen umgeben und abgekapselt.

Wie bei einem Splitter, der in die Haut eindringt – kann der ablau­fende Entzün­dungs­pro­zess z.B. dafür sorgen, dass der Fremd­körper „herau­sei­tert“ und somit der Körper von diesem befreit wird.

Was bedeutet es, wenn Mast­zellen degranulieren?

Beim Ablauf von entzünd­li­chen Prozessen, an denen Mast­zellen betei­ligt sind, setzen diese verschie­dene Boten­stoffe frei, die in Form von mikro­sko­pisch kleinen Körper­chen, soge­nannten Granula, vorliegen. Die Frei­set­zung der Boten­stoffe erfolgt über das Frei­setzen dieser Granula. Man spricht daher von „degra­nu­lieren“.

Was ist das Mast­zel­lak­ti­vie­rungs­syn­drom? (MCAS)

Mast­zellen setzen nach Akti­vie­rung, z. B. durch Bestand­teile von Viren, Bakte­rien, aber auch durch Aller­gene oder Kälte, Hitze und körper­li­chen sowie psychi­schen Stress Boten­stoffe wie Hist­amin frei.  Daher kommt der Name der Erkran­kung Mast­zel­lak­ti­vie­rungs­syn­drom (MCAS).1

Welche Boten­stoffe setzen Mast­zellen frei?

Die Boten­stoffe, die von Mast­zellen bei ihrer Akti­vie­rung frei­ge­setzt werden, umfassen neben Zyto­kinen wie TNF-alpha, Interleukin‑1 oder ‑6, die unter anderem auch bei entzünd­li­chen Erkran­kungen wie der Die Boten­stoffe (Media­toren), die von Mast­zellen bei ihrer Akti­vie­rung frei­ge­setzt werden, umfassen vor allem chemi­sche Stoffe, die aller­gi­sche Symptome vermit­teln, wie Hist­amin und Leuko­triene, aber auch teil­weise entzün­dungs­för­dernde Prosta­glan­dine, und Zyto­kine wie TNFalpha und Interleukin‑6.2

Hist­amin dürfte vielen ein Begriff sein, die mit Aller­gien zu kämpfen haben und beispiels­weise dagegen Anti­hist­ami­nika (anti = gegen; diese Medi­ka­mente sind also gegen die Wirkungen des Hist­amins gerichtet, das für die aller­gi­schen Symptome verant­wort­lich ist) einnehmen. Das frei­ge­setzte Hist­amin ist auch der Grund, warum viele klas­si­sche Symptome des Mast­zel­lak­ti­vie­rungs­syn­drom denen von Aller­gien sehr ähnlich sind. Weitere Stoffe, die die Mast­zelle frei­setzen kann, sind unter anderem Heparin, ein Stoff, der blut­ver­dün­nend wirkt oder auch Sero­tonin.2

Sero­tonin spielt nicht nur eine Rolle in unserem Gefühls­leben, sondern regu­liert über seinen Meta­bo­liten Mela­tonin unter anderem auch den Schlaf-Wach-Rhythmus mit. Die vielen Aller­gi­kern und auch Betrof­fenen des Mast­zel­lak­ti­vie­rungs­syn­droms wohl bekannte gene­relle Müdig­keit bzw. Brainfog ist in den Ursa­chen vermut­lich komplex und auf vielen verschie­denen Faktoren beru­hend, eine zumin­dest teil­weise Verbin­dung zu Sero­tonin erscheint jedoch nahe­lie­gend.3

Boten­stoffe der Mast­zelle und dazu­ge­hö­rige Symptome

Symptome des Mast­zel­lak­ti­vie­rungs­syn­droms (MCAS)

Symptome durch „hyper­ak­tive“ Mast­zellen, hängen stark von den Boten­stoffen ab, die diese beim jewei­ligen Pati­enten ausschütten und sind daher viel­fältig und in einem gewissen Rahmen auch von Patient zu Patient unter­schied­lich. Häufig sind verschie­dene Organ­sys­teme betroffen. Welche das sind, ist abhängig vom Grad der Betrof­fen­heit und indi­vi­du­ellen Faktoren. Oftmals ist Hist­amin jedoch derje­nige Boten­stoff, der für die Symptome verant­wort­lich ist, die uns am meisten auffallen.

Symptome bei MCAS sind:

  • Naselaufen, Niesen
  • Schwel­lungen, z. B. im Gesicht (Angio­ödeme)
  • Juck­reiz
  • Migrä­ne­ar­tige Kopfschmerzen
  • Schwere aller­gi­sche Reaktionen
  • Durch­fälle, Übel­keit und Erbrechen
  • Asthma
  • Flush (Rotfär­bung des Körpers)
  • Wandernde Gelenk­schmerzen und Entzün­dungen2

Diese Liste ist nicht voll­ständig, da eine Mast­zelle mehrere hundert unter­schied­liche Boten­stoffe frei­setzen kann, von denen nur ein Teil bisher erforscht und verstanden ist.4 Einige der wich­tigsten bisher verstan­denen Boten­stoffe sind jedoch das Hist­amin, Leuko­triene, Prosta­glan­dine, Tryp­tase und Heparin und es lohnt sich daher, deren Wirkungen näher zu betrachten.

Dieser Beitrag behan­delt ein Gesund­heits­thema. Es ist wichtig, dass du deine Symptome durch medi­zi­ni­sches Fach­per­sonal unter­su­chen und behan­deln lässt. Dieser Artikel kann keine Betreuung und Bera­tung durch Fach­per­sonal ersetzen und möchte es auch nicht.

Hist­amin-vermit­telte Symptome bei MCAS

Hist­amin ist vermut­lich der Boten­stoff, dessen Wirkungen am deut­lichsten zu spüren und zu sehen sind. An der Haut führt es zu einem stark juckenden Ausschlag, der soge­nannten Nessel­sucht (Urtikaria). An Stellen, wo die Haut sehr dünn ist, wie zum Beispiel an den Augen­li­dern oder den Lippen führt es häufig zu Schwellungen.

Ödeme

Diese entstehen, weil durch Hist­amin die Wände der Blut­ge­fäße für Flüs­sig­keit leichter durch­lässig werden. Medi­ziner spre­chen hier von einer Erhö­hung der Gefäß­per­mea­bi­lität. Durch diese kann Flüs­sig­keit aus dem Blut in das Gewebe gelangen, das rund um die Blut­ge­fäße liegt, so dass dieses Gewebe anschwillt. Der Fach­be­griff hierfür ist das Angio­ödemen (der Wort­teil Angio weist auf die Blut­ge­fäße hin; Ödeme sind Wasser­ein­la­ge­rungen im Gewebe).

In älteren Schriften wird dies auch oft als Quincke-Ödem bezeichnet, benannt nach dem deut­schen Arzt und Erst­be­schreiber Hein­rich Irenaeus Quincke (26.8.1842 – 19.5.1922).

Migräne

Auch die mitunter beob­ach­teten, migrä­ne­ar­tigen Kopf­schmerzen sind vermut­lich auf die gestei­gerte Durch­läs­sig­keit der Blut­ge­fäße zurück­zu­führen. Inner­halb der festen knöchernen Schä­del­ka­lotte führt die vermehrt ins Hirn­ge­webe über­tre­tende Flüs­sig­keit vermut­lich zu einem gewissen Druck, der für den Schmerz verant­wort­lich ist.

Durch­fälle

Auch Durch­fälle sind ein Symptom, das auf dem glei­chen Wirk­me­cha­nismus beruht, nur dass die Flüs­sig­keit, die in der Darm­wand vermehrt aus den Gefäßen austritt, in den Darm selbst über­tritt und dort den Stuhl wäss­riger macht.

Hist­amin-vermit­telte Symptome

Auch an schwer­wie­genden aller­gi­schen Reak­tionen, die bis hin zum Zuschwellen der Atem­wege (wieder das Ödem) bis hin zu einem Versagen des Kreis­laufs reichen können, sind auf die Wirkung von Hist­amin zurück­zu­führen. Experten spre­chen dann von anaphy­lak­ti­schen Reak­tionen oder kurz von Anaphy­laxie.5

Die Anaphy­laxie ist eine lebens­be­droh­liche Situa­tion und gekenn­zeichnet durch Atemnot, Blut­druck­ab­fall (da einer­seits das Blut­vo­lumen durch ins Gewebe über­tre­tende Flüs­sig­keit redu­ziert wird, ande­rer­seits auch die Blut­ge­fäße weit gestellt werden) und geht oft mit starken Angst­ge­fühlen und Kalt­schwei­ßig­keit einher..

Unter­schei­dung Anaphy­laxie und Anaphy­lak­toide Reaktion

Während eine Anaphy­laxie die „echte“ aller­gi­sche Reak­tion ist, also vermit­telt durch eine über­schie­ßende Immun­ant­wort den Kontakt mit einem Antigen (das ist der Stoff, auf den man aller­gisch reagiert), gibt es auch soge­nannte „Pseu­do­all­er­gien“.

Diese sind dadurch gekenn­zeichnet, dass die Symptome ohne Labor­un­ter­su­chungen nicht von denen einer Allergie zu unter­scheiden sind, weil auch viele der glei­chen Boten­stoffe ausge­schüttet werden. Auf bioche­mi­scher Ebene fehlt jedoch die eigent­liche Immun­re­ak­tion zwischen Antigen und Anti­kör­pern (übli­cher­weise IgE).

Zur Unter­schei­dung spricht man dann nicht von einer anaphy­lak­ti­schen, sondern einer anaphy­lak­to­iden Reak­tion, wobei die Silbe „-oid“ dabei in etwa so viel wie „ähnlich“ bedeutet.

Ein typi­sches Beispiel für eine solche Pseu­do­all­ergie ist die Reak­tion auf Nicht­ste­ro­idale Anti­rheu­ma­tike (kurz: NSAR) wie Aspirin (ASS) bei Salicylatintoleranz.

Prosta­g­ladin-vermit­telte Symptome

Prosta­glan­dine können eben­falls in größerer Menge von Mast­zellen frei­ge­setzt werden. Je nach Art der Prosta­glan­dine sind die Wirkungen verschieden und mitunter sogar einander entge­gen­ge­setzt. Es gibt solche, die entzün­dungs­hem­mend wirken aber auch solche, die Entzün­dungs­pro­zesse fördern.

Prosta­glan­dine entstehen auf einem kompli­zierten Stoff­wech­selweg und benö­tigen zu ihrer Produk­tion bestimmte Enzyme, die so genannten Cycloo­xy­ge­nasen. Hiervon unter­scheidet man zwei Arten, COX‑1 und COX‑2.

Hemmt man die Wirkung dieser Enzyme – zum Beispiel durch die Einnahme von soge­nannten nicht­ste­ro­idalen Anti­rheu­ma­tika (NSAID – englisch: non-stero­idal anti-inflamma­tory drugs) wie Ibuprofen, Apririn® (Acetyl­sa­li­cyl­säure oder kurz ASS) oder Diclo­fenac, dann kann der Körper weniger Prosta­glan­dine herstellen und die durch diese Stoffe vermit­telten Symptome wie (Kopf)schmerzen und Entzün­dungs­re­ak­tionen werden unter­drückt.

Aspirin
Aspirin

Eben­falls mit der Wirkung von Prosta­glan­dinen in Zusam­men­hang stehen Übel­keit und Bauch­schmerzen sowie der Flush, also die schlag­ar­tige Rotfär­bung des Körpers/Kopfes. Sie stehen außerdem im Verdacht den berüch­tigten „Brainfog“ zu fördern.2

Leuko­triene-vermit­telte Symptome

Neben Hist­amin fördern vor allem soge­nannte Leuko­triene die Schleim­pro­duk­tion und die Veren­gung der Bron­chien. Sie können daher bei dafür empfind­li­chen Personen zu Asth­ma­an­fällen und sogar zu Bron­chos­pasmen, also der krampf­haften Engstel­lung der Bron­chien, führen.

Leuko­triene spielen nicht nur eine wesent­liche Rolle beim MCAS, sie sind auch bei anderen Erkran­kungen, wie beispiels­weise dem Morbus Samter in einem sehr großen Maße betei­ligt. Betrof­fene leiden zumeist an schwe­reren Asth­ma­an­fällen, nasalen Polypen und Aspi­rin­un­ver­träg­lich­keit.2,6 Auch bei vielen MCAS-Betrof­fenen mit Sali­cyla­tin­to­le­ranz (NSAID-Into­le­ranz) sieht man aus diesen Gründen höhere Leukotriene-Werte.

Die komplexe Wirkung dieser Boten­stoffe führt bei vielen Mast­zell­pa­ti­enten neben Asthma auch zu Entzün­dungen der Nasen­ne­ben­höhlen (Sinu­sitis) und einer laufenden Nase (Rhinitis), ohne dass hierfür eine Infek­tion die Ursache wäre.2,5

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Weitere Boten­stoffe: Tryp­tase, Heparin & Zytokine

Tryp­tase als ein Marker für Mastzellaktivierung

Ein weiterer Stoff, der von Mast­zellen frei­ge­setzt wird, ist das Protein Tryp­tase. Dieses wird fast ausschließ­lich von Mast­zellen frei­ge­setzt. Einer­seits geschieht dies passiv, also konti­nu­ier­lich in einem geringen Maß.

Ande­rer­seits wird auch bei der Akti­vie­rung und Degra­nu­lie­rung aktiv Tryp­tase ins Blut abge­geben, so dass der Spiegel dann stark ansteigt und erst nach einigen Stunden wieder auf das Basis­ni­veau abfällt. Dieser Boten­stoff kann auch als diagnos­ti­scher Marker heran­ge­zogen werden, um die poten­zi­elle Schwere von aller­gi­schen Reak­tionen abschätzen zu können.2,4

Heparin als Auslöser für Blutungen bei Mastzellerkrankungen

Heparin kann eben­falls durch Mast­zellen frei­ge­setzt werden. Heparin ist ein Stoff, der die Gerin­nung des Blutes hemmt. Es wird seit vielen Jahren von Ärzten in verschie­denen Formen und Abwand­lungen einge­setzt, um Throm­bosen vorzu­beugen. Das heißt, es verhin­dert die Bildung von Blut­ge­rinn­seln, was insbe­son­dere bei Pati­enten, die sich längere Zeit kaum bewegen (zum Beispiel nach Opera­tionen) genutzt wird.

Bei MCAS-Pati­enten kann es jedoch durch die große Menge an frei­ge­setztem Heparin zu Einblu­tungen in verschie­densten Berei­chen des Körpers und zu weiteren Problemen kommen. An der Haut sieht man diese Einblu­tungen als „blaue Flecken“ bezie­hungs­weise Blut­ergüsse – der Fach­mann spricht von Häma­tomen.4

Sero­tonin: Mitver­ant­wort­lich für Schlaf­stö­rungen und „Brain Fog“?

Sero­tonin spielt nicht nur eine Rolle in unserem Gefühls­leben, sondern regu­liert über seinen Meta­bo­liten Mela­tonin unter anderem auch den Schlaf-Wach-Rhythmus. Die vielen Aller­gi­kern und auch Betrof­fenen mit Mast­zel­l­er­kran­kungen bekannte gene­relle Müdig­keit bzw. Brain Fog ist wahr­schein­lich multi­fak­to­riell, aber eine Verbin­dung zu Sero­tonin erscheint jedoch nahe­lie­gend.3

Auch hier zeigt sich wieder die enge Bezie­hung zwischen Nerven­bo­ten­stoffen (Neuro­trans­mit­tern) und dem Immun­system und vice versa, die man sich z.B. auch thera­peu­tisch zu Nutze machen kann.

Interleukin‑6, Interleukin‑1 und TNF-alpha

Weiterhin werden soge­nannte Zyto­kine frei­ge­setzt. Hierzu zählen Interleukin‑6, Interleukin‑1 oder auch TNF-alpha. Sie alle können Entzün­dungs­pro­zesse Im Körper fördern und auslösen. Beson­ders rele­vant sind diese Boten­stoffe für rheu­ma­to­lo­gi­sche Erkran­kungen wie die rheu­ma­toide Arthritis, Kolla­ge­nosen (also Auto­im­mun­erkran­kungen des Binde­ge­webes) oder Vasku­lit­iden (entzünd­liche Erkran­kungen der Gefäße). Aber auch bei Pati­enten mit MCAS beob­achtet man teil­weise wandernde Gelenk­ent­zün­dungen oder Fieber.4,5

Gleich­zeitig können diese Boten­stoffe selbst auch wieder Mast­zellen akti­vieren, sodass eine einmal erfolgte Akti­vie­rung nicht abklingt sondern sich selbst unter­hält. Diesen Teufels­kreis zu durch­bre­chen ist dann oftmals nicht einfach.

Schwie­rig­keiten bei der Diagnosestellung

Die Liste an Symptomen ist mit obiger Aufzäh­lung sicher­lich noch nicht erschöpft, da die Mast­zellen sehr viele verschie­dene Boten­stoffe frei­setzen, die an vielen unter­schied­li­chen Stellen im Körper wirken.

Aufgrund der vielen Symptome, die eben­falls bei anderen, teil­weise akut behand­lungs­be­dürf­tigen Erkran­kungen vorkommen können, ist es oftmals für Ärzte und Thera­peuten schwierig, die Zusam­men­hänge zwischen den einzelnen Symptomen herzu­stellen und den rich­tigen Diagno­se­fin­dungs­pro­zess einzu­leiten – zumal die Diagno­se­kri­te­rien für MCAS noch nicht abschlie­ßend geklärt sind.

Refe­renzen

  1. Kritas SK, Saggini A, Cerulli G, et al. Asthma and Mast Cell Biology. Eur J Inflamm. 2014;12(2):261–265. doi:10.1177/1721727X1401200205
  2. Lee MJ, Akin C. Mast cell acti­va­tion syndromes. Ann Allergy Asthma Immunol. 2013;111(1):5–8. doi:10.1016/j.anai.2013.02.008
  3. Meeusen R, Watson P, Hase­gawa H, Roelands B, Piacen­tini MF. Central fatigue: the sero­tonin hypo­thesis and beyond. Sports Med Auckl NZ. 2006;36(10):881–909. doi:10.2165/00007256–200636100-00006
  4. Afrin LB, Self S, Menk J, Lazar­chick J. Charac­te­riz­a­tion of Mast Cell Acti­va­tion Syndrome. Am J Med Sci. 2017;353(3):207–215. doi:10.1016/j.amjms.2016.12.013
  5. Molde­rings GJ, Brettner S, Homann J, Afrin LB. Mast cell acti­va­tion disease: a concise prac­tical guide for diagnostic workup and thera­peutic options. Accessed June 19, 2017. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3069946/
  6. Celik G, Bavbek S, Misir­ligil Z, Melli M. Release of cysteinyl leuko­trienes with aspirin stimu­la­tion and the effect of prosta­glandin E(2) on this release from peri­pheral blood leucocytes in aspirin-induced asth­matic pati­ents. Clin Exp Allergy J Br Soc Allergy Clin Immunol. 2001;31(10):1615–1622. doi:10.1046/j.1365–2222.2001.01074.x
  7. Valent P, Akin C, Metcalfe DD. Masto­cy­tosis: 2016 updated WHO clas­si­fi­ca­tion and novel emer­ging treat­ment concepts. Blood. 2017;129(11):1420. doi:10.1182/blood-2016–09-731893
  8. Valent P, Akin C, Bona­donna P, et al. Mast cell acti­va­tion syndrome: Impor­t­ance of consensus criteria and call for rese­arch. J Allergy Clin Immunol. 2018;142(3):1008–1010. doi:10.1016/j.jaci.2018.06.004

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Heil­prak­ti­kerin in eigener Praxis, Hypnose­the­ra­peutin, Besit­zerin eines verrückten Immun­sys­tems mit auto­im­munen Spezi­al­ef­fekten, die sie nach ihrem Studium mit eben­sol­cher Hingabe medi­zi­ni­sche anstatt wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­cher Abhand­lungen wälzen lassen. Wenn ihre Gelenke und Mast­zellen es zulassen: begeis­terte Heimwerkerin.

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